Es ist meist nicht schwierig, Interessenten für eine Bierprobe zu finden, denn eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl guter Biere ist allein schon eine gute Basis für einen schönen Abend. Vor allem, wenn es der Freitag Abend ist. Mit seiner Bierprobe im Café des Hochstädter Hauses übertraf Peter Simon diese Grunderwartung allerdings deutlich: Er bot den Teilnehmern sechs selbstgebraute Biere an, vom Sommerbier, Pils, Stout, Weizen bis zum IPA Pale Ale. Die erste Überraschung war, dass auch ein Hobby ganz offensichtlich zu hervorragenden Ergebnissen führen kann, wenn es nur mit entsprechender Leidenschaft und Liebe zum Detail betrieben wird. Alle sechs Biere brauchten den Vergleich mit den Profi-Versionen nicht zu scheuen und schmeckten einfach hervorragend. Dabei legte Peter Simon in seinem Vortrag alle seine Geheimnisse offen und erklärte im Detail, wo man die Rezepte findet, wo man die (hochwertigen!) Zutaten her bekommt bis zu den Abläufen im heimischen Braukeller, wobei es um absolute Präzision geht: Temperaturen müssen auf das Grad genau eingehalten werden.

Der sehr kurzweilige Abend verlief in bester Stimmung, wenn auch bei vereinzelten Teilnehmern mit der Zahl der Biere die Konzentration etwas nachließ. Die Runde zeigte jedenfalls auch um Mitternacht kaum Auflösungserscheinungen. Man darf davon ausgehen, dass künftige Verkostungen wohl schnell ausgebucht sein werden und das Hochstädter Haus damit ein weiteres Standbein hat.

V. Held

 

Im Café des Hochstädter Hauses drängten sich am 1. Dezemner etwa 60 Stille Gesellschafter der Dorfladen Hochstädten UG, um sich bei der ersten Gesellschafterversammlung über die Entwicklung von Dorfladen und Café zu informieren. Die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer, Dr. Martina Bergler und Andreas Klemm, zogen nach einem halben Jahr eine positive Bilanz über Sortiment und Zahlen.

Martina Bergler informierte über die Zusammensetzung des Dorfladen-Sortiments, das sich aus einem Grundsortiment von Gütern des täglichen Bedarfs und regionalen Spezialitäten zusammensetzt. Die Frischetheke mit hochwertigen Wurst- und Käseprodukten sowie die Bäckereiwaren kämen sehr gut an. Insbesondere am Wochenende brumme der Brötchenverkauf. Die regionalen Produkte seien ebenfalls sehr beliebt, so dass man das Sortiment zunehmend in diese Richtung umgestalte und noch mehr hochwertige Produkte aufnehme. Die besondere Atmosphäre im Laden werde sehr positiv wahrgenommen und löst viel Sympathie aus. Es gebe auch immer mal etwas Besonderes im Angebot, zum Beispiel nach traditionellen Rezepten hergestellte Weihnachtsplätzchen. „Wir haben etwa 50 Bleche gebacken und schon sind sie fast alle verkauft“, zeigt sich Bergler beeindruckt über den Erfolg der Aktion.

Das Ziel des Dorfladens liege nicht darin, Gewinne zu erwirtschaften, sondern die Kosten zu erwirtschaften, um keine Verluste zu machen, führt Andreas Klemm aus, bevor er konkrete Zahlen präsentiert. Der Umsatz habe geschwankt, was auch auf Sondereffekte wie die anfängliche Neugier oder das heiße August-Wetter zurückzuführen sei. Zudem benötige man einige Zeit, um sich auf die Kunden einzustellen und das Personal einzuarbeiten. Der Trend gehe jedenfalls nach oben und den November konnte man erstmals mit einem positiven Betriebsergebnis abschließen. Er dankt nachdrücklich Claudia Krauß und Natascha Weber-Geiß für die tolle Arbeit, die sie als Dorfladen-Leiterinnen leisten, was von den Anwesenden mit viel Applaus bekräftigt wird.

Der Umsatz im Café übertreffe die Erwartungen und trage zum Deckungsbeitrag des Ladens bei. Klemm räumt ein, dass beim Dorfladen noch Luft nach oben bestehe und fordert die Anteilseigner auf, selbst mehr Einkäufe zu tätigen und tatkräftig Werbung für den Laden zu machen. „Es tue gut, Massenware ab und an durch qualitativ hochwertige Lebensmittel zu ersetzen“ bringt Klemm es auf den Punkt, „und tolle Weihnachtsgeschenke findet man hier auch.“ Es sei sehr beliebt, die Einkäufe mit einem Besuch im Café zu kombinieren, das sich als Treffpunkt etabliert habe. Zu guter Letzt weist er auf die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit hin, von der das Hochstädter Haus lebt. Klemm sagt sehr nachdrücklich: „Wir haben geliefert, jetzt sind Sie dran.“

 

Was koche ich heute nur? Diese Frage hat sich wohl jede/r mal gestellt … Abhilfe schafft das besondere Angebot im Dorfladen.  Die Auswahl ist klein, aber fein. In der Bedientheke an der Kasse wartet auf kurzem Weg eine regionale und saisonale Auswahl an Produkten, die sich prima zu einer – oft schnellen – Mahlzeit kombinieren lassen. Pikantes Wildschweingulasch von Hornung mit Dinkel-Spirelli oder lieber Brezel-Knödel aus Fürth dazu, Dinkel-Spagetti mit Tomaten-Bärlauchsoße „von Heike“ aus der Pfalz oder Rippchen mit sauren Bohnen? Frankfurter Würstchen mit Kartoffelsalat dürfen es auch mal sein. Schauen Sie einfach vorbei und lassen sich überraschen. Auch die Dorfladen-Leiterin nen halten Tipps bereit … Guten Appetit!

Ein herrlicher Plätzchenduft zog sich durch die Küche und das Café des Hochstädter Hauses. Fleißige Hochstädterinnen haben traditionelle Plätzchenrezepte aus der Schublade geholt und „wie früher“ gebacken. Leckeres Spritzgebackenes aus dem Fleischwolf, liebevoll geschnittenes Schwarz-weiß Gebäck, feine Butterplätzchen, kernig-weiche Nuss-Makronen und weitere Plätzchensorten finden sich nun hübsch abgepackt als Weihnachstplätzchen-Mischung im Dorfladen. Erhältlich in zwei Packungsgrößen und nur solange der Vorrat reicht. Ein herzliches Dankeschön an die Bäckerinnen!  Nikolaus steht vor der Tür …

 

 

Foto: Dietmar Funck

Martina Bergler und Andreas Klemm konnten im Rahmen des Bergsträßer Bürgerpreises den Sonderpreis  „Lebendiges Dorfleben“ für ihre Verdienste rund um das „Hochstädter Haus“ entgegennehmen. Der Preis wird vom Bergsträßer Anzeiger und der Sparkasse Bensheim für außerordentliches ehrenamtliches Engagement verliehen. In der Berichterstattung im Bergsträßer Anzeiger wird darauf verwiesen, dass es den beiden gelungen ist, durch immenses Engagement das Dorfleben in Hochstädten durch den Dorfladen und das Café zu bereichern. Die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer freuen sich sehr über die Auszeichnung und betonen, dass sie sie als Anerkennung für das gesamte Team sehen, das hinter dem „Hochstädter Haus“ steht. Herzlichen Glückwunsch!

Mehr Fotos zur Verleihung des Bürgerpreises finden Sie hier.

 

 

Die Klasse 7a des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums machte am vergangenen Samstag-Nachmittag einen herbstlichen Ausflug zum Hochstädter Haus. Organisiert von Elternvertreterin Katrin Schuch wanderte die Lateinklasse von Klassenlehrerin Frau Kirchhein vom Parkplatz am Schönberger Sportplatz durch das Fürstenlager zum Hochstädter Haus. Dort erwarteten Ortsvorsteher Bernd Rettig und der erste stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Heimatpflege Hochstädten, Andreas Klemm, die etwa 50-köpfige Gruppe aus Schulkindern, Eltern, Geschwistern und Lehrern.

Andreas Klemm begrüßte die Gruppe und stellte das Projekt Hochstädter Haus vor. Dabei stellte er heraus, was mit ehrenamtlichem Engagement alles bewegt werden könne. Anschließend stärkten sich alle mit Kaffee oder anderen Getränken an einem Kuchenbuffet im voll besetzten Café und auf der Außenterrasse des Hochstädter Hauses.

Danach lud Herbert Fuchs, ehemaliger Leiter der Stadtteildokumentation, zu weiteren Informationen über die bewegte Geschichte des ehemaligen Marmorit-Werkes auf dem Außengelände ein, aus dessen Kantinengebäude das Hochstädter Haus entstand. Ortsvorsteher Bernd Rettig öffnete dann noch den Stolleneingang des früheren Bergbauwerkes, damit die Gruppe – von Taschenlampen unterstützt – einen Blick in den Stollen werfen konnte. Der Eintritt in den mittlerweile von Fledermäusen bewohnten Stollen ist wegen der Einsturzgefahr leider nicht mehr möglich.

Bevor sich die Schulgruppe wieder auf dem Heimweg machte, nutzen viele Eltern die Gelegenheit, das im Dorfladen des Hochstädter Haus erhältliche Brot und aus Hochstädter Äpfeln gekelterten Apfelsaft zu erwerben. Elternvertreterin Katrin Schuch bedankte sich beim Förderverein für die reibungslose und leckere Bewirtung sowie die Informationen. Die Idee des Hochstädter Hauses sei auch auf dem Rückweg noch Thema gewesen. Auch der Förderverein Heimatpflege freute sich über den Besuch der sehr aufgeschlossenen Besuchergruppe und auf ein Wiedersehen mit dem einen oder anderen Gast.

Seit 10 Wochen ist das Hochstädter Haus mit Leben gefüllt. Seit der Eröffnung von Dorfladen und Café am 8. Juni 2018 hat sich der Ort zu einem Treffpunkt entwickelt. Alles, was man braucht, ist im Dorfladen zu haben. Dazu gibt es viele regionale Spezialitäten.

Neu im Programm sind zum Beispiel

  • Cafe des Amis: Kaffee aus Michelstadt
  • Pfälzer Genusswerkstatt: Walnuss-Produkte aus Großbundenbach
  • Äbbs Schäines & Äbbs Gudes: Fruchtaufstriche aus Lindenfels
  • Feligreno: Bio-Weine aus Zwingenberg

sowei weitere Bio-Produkte und vegane Produkte, wie etwa Mandelmus, Linsenaufstrich, Müsli oder Knusperriegel und Milch- und Käseprodukte von der Molkerei Hüttenthal in Mossautal.

Bei einer Verkostung am 1. September konnten sich zahlreiche Kunden von den Köstlichkeiten überzeugen. Kommen Sie doch auch mal vorbei und probieren!

 

Der südhessische Energieversorger ENTEGA unterstützt mit einer Spende in Höhe von 1.250 Euro die Einrichtung einer Servicestation für Fahrräder beim „Hochstädter Haus“. Das Hochstädter Haus ist ein beliebter Ausgangspunkt für Fahrradausflüge in den vorderen Odenwald. Der Förderverein Heimatpflege Hochstädten e.V. möchte am Hochstädter Haus nun eine Servicestation für Fahrräder einrichten. Fahrradfahrer sollen dort im Notfall ihr Fahrrad kostenlos reparieren oder nach einer schlammigen Geländetour waschen können. „Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Um dies zu fördern, braucht es eine gute Infrastruktur. Öffentlich zugängliche Servicestationen sind dabei ein wichtiger Baustein“, erläutert Bernd Rettig vom Ortsbeirat.

Möglich wurde die Spende, weil der ENTEGA-Mitarbeiter  Meik Schäfer dieses Projekt beim Mitarbeitersponsoring des Unternehmens vorgeschlagen hatte. „Ich bin selbst begeisterter Mountainbike-Fahrer. Daher setze ich mich gerne dafür ein, dass der Radsport noch attraktiver wird“, sagte Projektpate Meik Schäfer . Seit 2003 gibt es das ENTEGA-Mitarbeitersponsoring. Dabei können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter förderungswürdige Projekte aus den Bereichen Soziales, Kultur, Umwelt und Sport einreichen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stimmen dann im Firmen-Intranet darüber ab. Die Gewinner in jeder Kategorie erhalten eine Förderung von 1.250 Euro.

Der Förderverein Heimatpflege sagt Meik Schäfer und ENTEGA herzlichen Dank für die Spende!

Und erneut gibt es dank der Stadtteildokumentation einen Kontakt zwischen amerikanischen Nachkommen von Hochstädter Auswanderern und dem Hochstädter Haus. Claudia Sosniak berichtet uns von einem Besuch:

Den weiten Weg von Texas nach Hochstädten haben die Nachkommen von Auswanderer Christian Voltz nicht gescheut, um den Geburtsort ihres Urgroßvaters bzw. Ururgroßvaters kennenzulernen. Auf dem Rückweg von Augsburg zum Flughafen haben Bobbie Voltz Hale, Urenkelin von Christian Voltz, mit Ehemann Ron Hale, den Kindern Chris, Nick und Sarah sowie Schwiegermutter Hannelore Hale und Nichte Sierra Hale Zwischenstopp im Bensheimer Stadtteil gemacht.

Johann Christian Voltz war das einzige Kind aus der zweiten Ehe von Johann Christian Voltz und Witwe Anna Margaretha Jöckel geborene Bender. Mit seiner zweiten Frau, Sibylle Katharina Roth, siedelte er sich in Whetstone, Crawford County an und bewirtschaftete eine Farm zur Versorgung ier großen Kinderschar. Kurz nach der Geburt des achten Kindes starb Sibylle Katharina Voltz 1873 und Christian ging noch im selben Jahr eine zweite Ehe mit der 24-jährigen Hebamme Louesa Handwerck ein. Seine zweite Frau schenkte ihm noch 9 weitere Kinder, so dass Johann Christian Voltz am Ende Vater von 17 davon 16 überlebenden Kindern war. Christian Volz starb 1911 in seiner neuen Wahlheimat.

Bereits bei der Recherche der Stadtteil-Dokumentation Hochstädten zu den Schicksalen Hochstädter Auswanderer für die Ausstellung 2013 entstand der Kontakt zur Urenkelin Ina Voltz Medici in Ohio. Seitdem unterstützt die Amerikanerin die Mitglieder des Arbeitskreises bei Nachforschungen in den USA. Daher war es für mich als Sprecherin eine Freude, die Nachkommen von Christian Voltz in Hochstädten begrüßen zu dürfen. Bei einem Rundgang durch das Dorf war für die Besucher der Standort des ehemaligen Geburtshauses, wo die Wurzeln der Familie liegen, das Highlight.

Ein Besuch im Hochstädter Haus durfte natürlich nicht fehlen. Für die Familienmitglieder zu Hause wurden Souvenirs im Dorfladen gekauft und im Café die Hochstädter Apfelbrandtorte gekostet. Ortsvorsteher Bernd Rettig ließ es sich nicht nehmen, den Besuchern noch zwei Flaschen Hochstädter Apfelbrand als Proviant mit auf den Heimweg zu geben. Dieser soll beim nächsten großen Familientreffen Voltz in Ohio im September als Kostprobe von Hochstädten für alle dienen. Die Amerikaner waren vom Engagement der Hochstädter begeistert. Aber vor allem die Präsenz der Dorfhistorie im Ort haben sie beeindruckt. Ein Leben im Ort ihres Vorfahrens können sich einige Familienmitglieder gut vorstellen.

 

Am 8. Juni war es endlich so weit: Zum ersten Mal standen die Türen des Dorfladens und Cafés im Hochstädter Haus offen. Viele Besucher zeigten sich sehr angetan davon , wie schön das Café und der Dorfladen geworden sind.

„Das Hochstädter Haus ist das jüngste Beispiel für Beharrlichkeit, Einfallsreichtum und Gemeinschaftssinn. Mit vereinten Kräften und der Unterstützung privater Sponsoren, zudem von Land, Stadt und der Dietmar-Hopp-Stiftung, nach mehr als dreijähriger Bauzeit und vor allem mit beispielhafter Eigenhilfe und einem geradezu unglaublichen Einsatz vieler Ehrenamtlicher ist es dem Förderverein gelungen, aus der ehemaligen Kantine des Marmoritwerks ein Treffpunkt für Jung und Alt zu machen“, so der Bergsträßer Anzeiger über das Hochstädter Haus.

Bürgermeister Rolf Richter besuchte mit dem Magistrat mit als Erster Dorfladen und Café. Er wünschte für die Zukunft viel Erfolg und erkannte an: „Sie haben hier großartiges Geleistet“. Der erste Stadtrat Helmut Sachwitz zeigte sich überzeugt „Das wird funktionieren.“

Eine Hochstädter Bürgerin, Antje W., dürfte vielen Mitbürgern aus der Seele sprechen. „Wie waren meine Erwartungen? Der Begriff „Dorfladen“ klingt einerseits etwas altmodisch und „verstaubt“, andererseits hört er sich irgendwie heimelig und gemütlich an. Viele Menschen haben jede Menge Engagement, Schweiß, Kreativität und Fleiß in dieses Projekt gesteckt – das ist großartig und hat ein neues Gemeinschaftsgefühl geschaffen.  Dann der erste Besuch im Dorfladen. „Ein kleiner Hauch von Luxus“, das war mein Gefühl. Bewaffnet mit Einkaufskorb sind wir beim Dorfladen gewesen – zu Fuß – ein ganz neues und großartiges Gefühl. Das Café und der Laden: wunderschön und sehr geschmackvoll und einladend eingerichtet! Das letzte Glas Honig „schnappte“ uns ein Mitbürger „vor der Nase weg“, aber, welch ein Glück: der „lokale Honiglieferant“ brachte Nachschub. Nun stehen die herrlich duftenden Brötchen vor uns – so kann ein Tag sehr angenehm beginnen!“

Bis bald im Hochstädter Haus!